Crystal Fighters Live im Lido // Happy? spinning, clapping, laughing, dancing In the blackness of magic

Crystal Fighters -01

Gestern war ich für den Musikexpress bei einem Interview mit den Crystal Fighters im Lido. Zum ersten Mal habe ich die Band 2010 bei der c/o pop gesehen und interviewt. Zum Konzert haben sich damals ziemlich genau 10 Leuten eingefunden, die sich für die Band interessiert haben. Seitdem hat sich allerdings einiges verändert, Crystal Fighters haben sich mit ihrem eigenwilligen Sound einen Ruf als  Live-Geheimtip erspielt und touren durch die Welt.

Egal ob auf großer Festivalbühne oder im kleinen Club, die Crystal Fighters überzeugen in dem Moment, in dem sie ein tanzwütiges Publikum vor sich haben. Auch im Lido haben sie es geschafft, dass begeisterte Fans die Bühne enterten und die Raumtemperatur gefühlt über 30 Grad stieg. Live hat vom neuen Album Cave Rave besonders “You & I ” überzeugt, das mit Abstand die sorglosesten und schönsten Sommer-Liebes- Lyrics hat, die mir dieses Jahr bis jetzt begegnet sind: “Happy?, spinning, clapping, laughing, dancing In the blackness of magic Get it, have it, bag it Throw yourself on the airplane Fly like magic No sleep, no chance, no need Forget about it One life, live free, big dreams What about them? You finally? take it, take it in it’s all here You and me, no one else, nothing else but us right now.”

 

Cave Rave ist ingesamt gefälliger und Maistream-kompatibler geworden als ihr Debüt Star Of Love. Produziert wurde das Album teilweise in Los Angeles, was dem Ganzen einen fast schon sorglosen Sound verschafft hat, der perfekt zu einem Leben am Strand oder in eine Folge Californication passen würde. Trotzdem lässt einen das Album zwischenzeitlich die Präsenz der baskischen Instrumente vermissen, die auf dem Debüt noch so treibend waren. Auf  Cave Rave  finden sich jede Menge tanzbare Hits aber es fehlen nach mehrfachem Hören die Ecken und Kanten und diese verückte “Anything is Possible”-Einstellung und Unberechenbarkeit, die die Konzerte der Band so besonders macht.

Das Interview mit der Band gibt es dann am Montag auf Musikexpress.de

 

Leave a comment
 

Abby Live im Berliner FluxBau // And still we drive on empty streets through foreign boulevards with the spirit to accomplish the mission in our hearts

Abby

Über Abby bin ich schon vor längerer Zeit gestolpert, als wir in Friedrichshafen für die Wellenreiter Konzertreihe nach guten Bands ausschau gehalten haben. Damals haben leider die Tourpläne nicht zu unseren Konzertterminen gepasst und wir konnten sie leider nicht zu uns einladen. Seit diesem typischen  “das ist ein echter Geheimtipp, die müsst ihr euch mal unbedingt anhören und im Auge behalten” -Moment ist bei Abby allerdings viel passiert.

Die Band hat mit “Streets” und “Wings And Feathers” gleich zwei Songs mit echtem Sommer-Ohrwurmpotential rausgebracht (und das Album ist noch nicht mal veröffentlicht!) die hier in Berlin jeder mitsingen kann. Besonders “Wings And Feathers” will einem nicht mehr aus dem Kopf gehen, mit der schönen Songzeile “And still we drive on empty streets through foreign boulevards with the spirit to accomplish the mission in our hearts.”  Schade, dass On The Road von Jack Kerouac schon verfilmt wurde, Abby liefern eigentlich den perfekten Soundtrack für einen Roadtrip ins Ungewisse um die eigenen Träume zu verwirklichen.

Nach mehreren verpassten Konzert-Terminen habe ich es jetzt endlich geschafft die umtriebigen Jungs im FluxBau zu sehen. Live hat besonders das Cello rausgestochen und die Energie mit der die Band die Bühne für sich einnimmmt. Bei Abby gibt es keine halben Sachen.  Beim Konzert haben “Evelyn” und “Streets” vom Sound und Drive ein bisschen an die frühen Crystal Fighters erinnert, die es mit ihrer ganz eigenen Art innerhalb der letzten Jahre auch ganz nach oben geschafft haben.

Eins ist klar, mich haben Abby mit ihrer nonchalanten Art überzeugt, trotzdem bin ich gespannt wie sie sich dann im Sommer auf den großen Festivalbühnen schlagen werden. Hier gibt es das ziemlich coole Video zur Single “Streets.”

YouTube Preview Image

 

Leave a comment
 

Darwin Deez singt und performt sich schräg in die Berliner Herzen // San Cisco überzeugen als Vorband

San Cisco

Darwin Deez mag Berlin, weil sich hier alle so komisch anziehen. Mit dieser Aussage gewinnt der New Yorker, der gerade sein zweites Album SONGS FOR IMAGINATIVE PEOPLE veröffentlicht hat, sofort die Herzen aller bunt gekleideten Konzertbesucher im Berliner Bi Nuu – und davon gab es viele dort. Nach der außergewöhnlich gut passenden Vorband San Cisco aus Australien, die einen Beach-Dream-Pop spielen, der The Drums in Zukunft ganz schön gefährlich werden könnte, schlägt Deez mit seiner Band einen härteren Sound an.

Wie bei jedem Darwin-Deez-Konzert beginnt der Abend mit einer kurzen Tanzperformance der gesamten Band. Relativ früh spielt Deez Hits wie “Up in the Clouds“ oder “Bed Space“ seines selbstbetitelten Debüts. Das tanzwillige Publikum ist spätestens ab da nicht mehr zu halten und geht vollkommen in wilden Bewegungen auf. Bei “Constellations“ beginnen weniger erfolgreiche erste Stage-Diving-Versuche.

Die neuen Songs kommen gut an, allerdings fehlt ihnen etwas von der eingängigen Leichtigkeit, die “The Bomb Song“ oder “Bad Day“ bis heute haben. Dem Publikum fällt es schwerer, zu “Free (Editorial Me)“ oder “800 (Human)” zu tanzen, der neuere Sound ist zu verschroben für die schnelle Party. “Radar Detector” stimmt die Zuschauer wieder milde – schließlich ist das der Song, der Deez bekannt gemacht hat und auf den an diesem Abend alle am meisten gewartet haben. Nach mehreren Zugaben lässt die Band ein doch zufriedenes Publikum zurück.

Die eigentliche Überraschung an diesem Abend war und blieb aber San Cisco. Hier ein Video zu ihrem Song “Beach”:

Der original Artikel ist hier bei Musikexpress.de erschienen.

Kommentare deaktiviert
 

Woodkid überzeugt mit seinem Debüt ‘The Golden Age’ // Live im Berliner Kino Babylon

Und plötzlich steht er da: Mit einer orchestralen Posaunenfanfare betritt Woodkid alias Yoann Lemoine die Bühne des Berliner Babylon Kinos. Der französische Musiker und Videokünstler, der unter anderem Clips für Katy Perry, Taylor Swift, Lana Del Rey und Mystery Jets produzierte, stellte am 7. März exklusiv sein am 15. März erscheinendes Album THE GOLDEN AGE vor. Dass ihm sein Debüt viel bedeutet, merkt man Woodkid sichtlich an. Nervös tigert der Sänger bei den ersten Songs auf der Bühne hin und her und versucht das zunächst eher verhaltene Berliner Publikum, das wegen der/ Exklusivität des Showcases überwiegend aus Medienmenschen und nur wenigen richtigen Fans bestand, anzuheizen. Dass die Leute während seiner Feuerprobe mit den neuen Songs mitgehen, scheint Lemoines größtes Ziel zu sein.

Nach ein paar Songs entspannt sich der Sänger und geht vollkommen in seiner Performance auf, die durch dystopische, an Entwürfe von Alexander McQueen oder “Inception” erinnernde Schwarz-Weiß-Videoinstallation unterstützt wird. Je länger das Konzert dauert, desto ausschweifender werden die dirigierenden Handbewegungen von Lemoine. Die zeigen, dass er jeden einzelnen Paukenschlag, Bläserton und elektronischen Input kennt und bewusst gesetzt hat.

Auch Lemoines Stimme, die in den Höhen an Anthony Hegarty von Anthony And The Johnsons erinnert, passt heute Abend perfekt zu seiner Musik. An den richtigen Stellen – etwa wenn der Sänger über eine verlorene Liebe singt – ist sie rau genug, und wird dann doch wieder weicher, wenn er zum Beispiel eine Hymne auf seinen New Yorker Stadtteil Brooklyn interpretiert. Als Woodkid dann “Iron”, die erste Single seines neuen Albums anstimmt und das Publikum zum Aufstehen anfeuert, gibt es auf den Kinosesseln des Babylon in Berlin-Mitte tatsächlich kein Halten mehr.

Die Live-Bewährungsprobe seines neuen Albums THE GOLDEN AGE hat Woodkid mit seinem exklusiven Konzert bestanden. Das scheint ihm an diesem Abend selbst klar zu sein: Genau so stilvoll, wie er die Bühne betreten hat, verschwindet Woodkid mit einer Horn-Fanfare und einem Grinsen in der Dunkelheit des Kinos.

Den original Artikel gibt es hier bei Musikexpress.de

Kommentare deaktiviert
 

The Joy Formidable spielen ‘Cholla’ vom neuen Album ‘Wolf’s Law’ als Akustik Version // Live in Berlin

Sängerin Ritzy von The Joy Formidable

Gute gelaunt haben The Joy Formidable mir vor ihrem Konzert im Berliner Lido ihren Song “Cholla“ vom neuen Album “Wolf’s Law“ als Akustik-Version vorgespielt.

Im Interview hat die Band verraten, was es mit dem Begriff Wolf’s Law auf sich hat, und warum sie sich für diesen Titel entschieden haben: “’Wolf’s Law’ bedeutet, dass ein Knochen stärker wird, je mehr man ihn belastet und beansprucht“.

Für das morbid wirkende Album-Cover hat die Band mit dem New Yorker Künstler Martin Wittfooth zusammen gearbeitet. Sängerin Ritzy hatte das Album–Cover so gut gefallen, dass sie das Original-Gemälde jetzt für ihr Wohnzimmer kaufte.

Hier gehts zum original Artikel bei Rollingstone.de

The Joy Formidable spielen ‘Cholla’ vom neuen Album ‘Wolf’s Law’ als Akustik Version // Live in Berlin

Kommentare deaktiviert
 

The National spielen ihr neues Album ‘Trouble Will Find Me’ // Live im Berliner Hotel Michelberger

The National - Live in Berlin

 

The National bewerben in diesen Tagen und Wochen ihr neues Album TROUBLE WILL FIND ME. Zu diesem Zweck haben die New Yorker Europas gesammelte Musikjournaille nach Berlin ins Hotel Michelberger eingeladen um bei einem exklusiven Open-Air-Showcase bei Minusgraden ihre neuen Songs vorzustellen.

Um 21:30 Uhr betrat eine sichtlich aufgeregte Band die mit Heizpilzen bestückte Bühne im Innenhof des Hotels. Bei den ersten beiden Songs “Demons“ und “Don’t Swallow The Cap“ wirkten die gestandenen Männer noch einigermaßen unsicher. Diese Nervosität war besonders sichtbar an den ausgedruckten Songtexten von Matt Berninger, die regelmäßig vom Notenständer flatterten und den Frontmann so nur noch unsicherer machten.

Vielleicht ist die Aufregung einer solchen Band aber auch ein gutes Zeichen. Schließlich zeigt es, dass für The National viel auf dem Spiel steht. Die New Yorker hatten erst kürzlich verraten, dass sich das neue Album anfühlt, als seien sie als Band endlich angekommen. Diese Nähe zu den neuen Songs merkt man dann schließlich auch bei “Sea Of Love“, “ Humiliation“ und “Graceless“. Songs, die definitiv Hit-Potential haben.

Auch Matt Berninger hat Musikexpress-Redakteur Jochen Overbeck im Interview verraten, dass The National sich bei TROUBLE WILL FIND ME als Band mehr Freiheiten genommen haben: “Wir wussten in der Vergangenheit immer ganz genau, was für eine Band wir nicht sein wollten. Wir hatten immer Angst, dass die Leute uns kategorisieren würden. Alternative Country, Dadrock, all diese Genre-Bezeichnungen. Dieses Mal war das anders. Wir haben versucht, solche Gedanken außen vor zu lassen und einfach unseren Ideen zu folgen. Einige Stücke sind fast Classic Rock geworden. Einen so zeitlosen Song wie “I Should Live In Salt” haben wir noch nie geschrieben.”

Wahrscheinlich muss man den neuen Songs Zeit geben. Schließlich sieht man auch an diesem Abend, an Songs wie “Bloodbuzz Ohio“ , “Fake Empire“ oder “ Terrible Love“, dass The National ein hohes Mitsing- und Wohlfühl-Potential haben, wenn das Publikum die Songs denn kennt. Sorgen muss man sich um diese Band auf jeden Fall nicht machen, wenn man in die glücklichen, verfrorenen Gesichter der Konzertbesucher blickt: Die kalte Berliner Feuertaufe hat TROUBLE WILL FIND ME, das neue Album von The National, das am 21. Mai in Deutschland erscheint, bestanden. Einen Eindruck vom Abend in Videoform gibt es hier mit “Fireproof”

Den orginal Artikel gibt es hier bei Musikexpress.de

Kommentare deaktiviert