My Dear it's not work, it's passion // Ein Poträt über den New Yorker Godfather der Streetstyle Fotografie Bill Cunningham

[vimeo]http://vimeo.com/19115891[/vimeo]Es gibt diese Filme, die man am liebsten auf der Stelle anschauen würde, wenn man den Trailer sieht. So ging es mir mit der Dokumentation über Bill Cunningham, den "Godfather" der Streetstyle Fotografie, der noch Heute für die New York Times arbeitet. Weil der Film in Deutschland leider bis jetzt nicht lief, habe ich mich gestern unglaublich gefreut im East Village ein Kino zu finden, das ihn noch zeigt. Trotz Sonnenschein und anderen Plänen bin ich also das erste Mal seit Jahren in eine Nachmittagsvorstellung gegangen und es hat sich gelohnt. Das Potrait über Bill (wie er von allen genannt wird) ist ein unglaublich bewegender Dokumentarfilm, über eine bedingungslose Liebe zur Mode. Heute ist die  Streetstylefotografie (einer meiner liebsten aktuellen Fotografen ist der Sartorialist aus New York) aus  der Modewelt nicht mehr weg zu denken. Salonfähig gemacht  hat diese Art der Fotografie, aber erst Bill.

Er treibt sich seit den 60er Jahren mit seiner Kamera, seinem Regenponcho (den er immer wieder mit Gaffa Tape repariert "and with some little tape were back in business") und Fahrrad (mitlerweile Nr. 29)  auf New Yorks Straßen bei Wind und Wetter rum, um die neuesten Trends und Veränderungen in der Mode ein zu fangen. Im Film gibt es so viele tolle Szenen, dass man eigentlich die ganze Zeit nur Dialoge mitschreiben möchte, damit man Bills Lebensweisheiten nie wieder vergisst. Eine dieser Arbeitsregeln hat mich (gerade bei einem Leben in dieser Stadt New York) wirklich beeindruckt. Für frühere Jobs hat er kein Geld genommen um sich so seine kreative Freiheit zu bewahren, "see If you don't take money they can't tell you what to do, thats the key to the whole thing". Bill, der Mann mit der Kamera und immer gleicher blauer Handwerker Jacke ist im Modezirkuss bekannt wie ein bunter Hund. Lesley  Vinson, die als junge Punkrockerin mit pinken Haaren aus Detroit nach New York kam und Bill kennen lernte erzählt  "I was totally fascinated by this man. I had come from Detroit, and he was exactly what I thought New York would be. Then I realized Bill was one in a million". Wer von ihm abgelichtet wird und in der New York Times erscheint hat es geschafft (in einer Stadt in der sich jeder kleidet um aufzufallen) dem der alles schon gesehen hat, aufzufallen. Eine der berührensten Filmszenen, in der seine unbeschreibliche Modepassion deutlich wird, ist bei der Verleihung des Officier de l'ordre des Arts et des Lettres Preises des französischen Kultusministeriums, bei der dieser  gut gelaunte Mensch (der  immer für alles und Jeden ein passendes Wort parat hat) mit den Tränen und Worten kämpft, als er seine Mode-Lebens-Wahrheit mit den anwesenden teilt "He who seeks beauty will find it"