Do you have hangman in England?- We invented hanging // Rooftop Underground Filmfestival Abend // The dish and the spoon

Rooftop Filmparty Gestern Abend habe ich mich nach einem ruhigen Tag in Williamsburg im Park  in Richtung Lower East Side zum Rooftop Filmfestival aufgemacht. Jedes Wochenende werden jetzt bis Ende August auf verschiedenen Dächern der Stadt Underground  (eigentlich würde Overground in diesem Sinen besser passen) Filmparties veranstaltet. An jedem dieser Filmabende spielt erst eine Band (gestern Snowmine, die nach einer Mischung aus Yeasayer, und Fleet Foxes klingen) dann wird der Film gezeigt und es gibt noch einen Talk mit dem Regisseur oder Schauspielern, bevor dann alle ein wenig durchgefroren vom Rooftop zur Aftershowparty wandern.

Dieses Rooftop Filmwochende ist zwei Filmen die auf dem SXSW Festival in Texas gelaufen sind gewidmet.  "The Dish and the Spoon"  ist der Film der gestern gezeigt wurde. Mit hochklassiger indiependet Besetzung durch Greta Gerwig, als Rose,  die ihr vielleicht aus Greenberg kennt und Newcomer Olly Alexander wird hier eine wunderbar tragikomische Liebesgeschichte erzählt, bei der man endlich einmal das Ende nicht voraussehen kann.  Im Film geht es um eine junge Frau, die von ihrem Mann betrogen wird und deshalb in  ihrem alten schwarzen Mercedes mit einem Six Pack Bier nach Delaware, ein  kleines graues  Küstendorf flüchtet um ihren Rachegelüsten gegenüber ihrem Ehemann und der Affäre nach zu hängen. Am Meer, in einem verlassenen Leuchttum  trifft sie einen jungen englischen Teenager (unglaublich beeindruckend gespielt von  Olly Alexander) der seiner Sommerliebe nach Amerika hinterher gereist ist um schließlich fest zu stellen, dass diese kein Interesse an ihm hat. Diese Beiden Charaktere begegnen sich nun in dieser verlassenen kleinen Stadt und ergänzen sich in ihrem vom Leben und der Liebe enttäuscht sein perfekt.

Die Filmdialoge (von denen viele improvisiert wurden) sind dabei einfach unglaublich toll. Es gibt beispielsweise eine Szene, wo die Beiden eine Bierfabrik besichtigen, sich von der Besuchergruppe absetzen und versuchen ihren Kummer am Fließband im Alkohol  zu ertränken. Das führt dann dazu das sie unter einer Destilliermaschiene aufwachen unter der sie dann, noch vollkommen traurig und betrunken mit Roses Lippenstift Hangman spielen und es zu einem der komisch-schönsten Filmdialoge kommt Rose: "Do you have Hangman in England" Olly: "We inventend hanging" Diese Situatiosnkomik in dieser doch irgendwie tragischen Situation ist dann auch das, was den Film so besonders macht. Eine wirklich tolle, authentische  indiependent Charakterstudie, die sich vor keiner Hollywood Produktion verstecken muss (und mir sogar besser gefallen hat als Greenberg) Ich hoffe, dass bald noch ein Trailer zum Film rauskommt, damit ihr noch einen besseren Einblick bekommt. Vielleicht, was er wirklich verdient hätte, findet der Film ja auch noch einen deutschen Verleiher. Seit gestern  Abend bin ich jedenfalls dafür, dass in Deutschland nur noch mindestens sechs stöckige  Brownstone Häuser mit Flachdach gebaut werden dürfen, so dass der Sommer genau wie hier in New York eine einzige Rooftop Party wird.