Woodkid überzeugt mit seinem Debüt ‘The Golden Age’ // Live im Berliner Kino Babylon

Und plötzlich steht er da: Mit einer orchestralen Posaunenfanfare betritt Woodkid alias Yoann Lemoine die Bühne des Berliner Babylon Kinos. Der französische Musiker und Videokünstler, der unter anderem Clips für Katy Perry, Taylor Swift, Lana Del Rey und Mystery Jets produzierte, stellte am 7. März exklusiv sein am 15. März erscheinendes Album THE GOLDEN AGE vor. Dass ihm sein Debüt viel bedeutet, merkt man Woodkid sichtlich an. Nervös tigert der Sänger bei den ersten Songs auf der Bühne hin und her und versucht das zunächst eher verhaltene Berliner Publikum, das wegen der/ Exklusivität des Showcases überwiegend aus Medienmenschen und nur wenigen richtigen Fans bestand, anzuheizen. Dass die Leute während seiner Feuerprobe mit den neuen Songs mitgehen, scheint Lemoines größtes Ziel zu sein.

Nach ein paar Songs entspannt sich der Sänger und geht vollkommen in seiner Performance auf, die durch dystopische, an Entwürfe von Alexander McQueen oder "Inception" erinnernde Schwarz-Weiß-Videoinstallation unterstützt wird. Je länger das Konzert dauert, desto ausschweifender werden die dirigierenden Handbewegungen von Lemoine. Die zeigen, dass er jeden einzelnen Paukenschlag, Bläserton und elektronischen Input kennt und bewusst gesetzt hat.

Auch Lemoines Stimme, die in den Höhen an Anthony Hegarty von Anthony And The Johnsons erinnert, passt heute Abend perfekt zu seiner Musik. An den richtigen Stellen - etwa wenn der Sänger über eine verlorene Liebe singt - ist sie rau genug, und wird dann doch wieder weicher, wenn er zum Beispiel eine Hymne auf seinen New Yorker Stadtteil Brooklyn interpretiert. Als Woodkid dann "Iron", die erste Single seines neuen Albums anstimmt und das Publikum zum Aufstehen anfeuert, gibt es auf den Kinosesseln des Babylon in Berlin-Mitte tatsächlich kein Halten mehr.

Die Live-Bewährungsprobe seines neuen Albums THE GOLDEN AGE hat Woodkid mit seinem exklusiven Konzert bestanden. Das scheint ihm an diesem Abend selbst klar zu sein: Genau so stilvoll, wie er die Bühne betreten hat, verschwindet Woodkid mit einer Horn-Fanfare und einem Grinsen in der Dunkelheit des Kinos.

Den original Artikel gibt es hier bei Musikexpress.de