Some People Like Business, Some People like Numbers, some people grow organic heirloom cucumbers // Kimya Dwason Konzert in Köln

Es gibt selten Konzerte, nach denen man das Gefühl hat, dass sie einen irgendwie besonders berühren, oder vielleicht sogar verändern. Am Freitag beim Kimya Dawson Konzert in Köln  war das seit langem mal wieder so. Die meisten Menschen kennen die Sängerin wahrscheinlich durch den Indie-Film Juno, für den sie den bitter süßen Soundtrack geschrieben hat und sogar  2007 Platz 1 der kommerzielen amerikanischen Billboard Charts erreichte.

In Köln erscheint Kimya Dawson mit Edding beschriebener Gitarre, blau rot gefärbtem Afro, der aussieht wie aus Zuckerwatte und einer großartigen Portion sarkastischem Humor und Selbstischerheit. Auf der Bühne wirkt sie dann aber fast ein bisschen unschuldig, trotz der vielen Tattoos, von denen viele aus einer Zeit stammen, in der sie noch mit den Moldy Peaches, Adam Green, Drogen und Alkohol zu tun hatte. Mittlerweile ist sie aber doch, über ein paar Umwege, erwachsen geworden und hat eine eigene Tochter. Insgesamt führt die Grande Dame des tragikomischen Liebes- Lebensliedes also ein relativ normales Leben mit Flugangst, (die natürlich auch besungen wird), das sie nach den Turbolenzen der letzten Jahre sichtlich genießt. Trotzdem tauchen Teile der dunklen Vergangenheit  immer wieder in ihren Songs auf. Eines der Lieder, die am bewegensten beschreiben, wie viel Glück Kimya Dawson eigentlich hat noch am Leben zu sein ist "Walk like thunder." Mit Abstand das längste  und bewegendste Stück des 2011 neu erschienen Albums Thunder Thigs.


Das schöne bei Kimya Dawson ist, dass sie trotz des ganzen Mists, der ihr passiert ist, eine unglaublich positive Grundausstrahlung hat, die einem in jedem Song, traurig oder humorvoll vermittelt -everything is gonna be ok in the end, and if it's not okey it's not the end. Wenn das Leben nicht so läuft, wie man sich das vorstellt, dann muss man eben Songs über silber pinke Ponies oder Freundschaften zwischen Prinzessinen, Bären und Bürgermeistern singen, wie in "The Mare and the Bear", das sie gemeinsam mit ihrer Tochter geschrieben hat. Der Grundtenor bei den meisten Songs ist deshalb ziemlich simpel, aber dennoch nicht weniger wichtig in diesen Selbstoptimierungszeiten "du bist so okey, wie du bist." Eine einfache Aussage, elegant mit Witz und Charme verpackt. Die Welt könnte so einfach sein, wenn man nicht alles und jeden immer bewerten müsste, wie sie so schön hippiesk in Same Shit singt, "Some people like business, some people like numbers, some people grow organic heirloom cucumbers, To make this world work it takes all different kinds. We have all different tastes, different strengths, different minds, So it doesn't make sense to generalize And it doesn't make sense to judge with our eyes. We need more compassion, we need to be kind If you open your heart you might like what you find."