Der Preppy Style // Your Pet is as important as your Polo Shirt

Ich  haben mich für euch in Berlin auf der Bread and Butter umgesehen um herauszufinden, was denn wohl im Winter 2012// 2013 in Mode kommt. Wie es sich schon langsam die letzten zwei Jahre in den Sommerkollektionen angekündigt hat, wird der sogenannte “Preppy” Style oder College-Look weiter in Mode bleiben und noch mal richtig an Fahrt aufnehmen. Deshalb haben ich mich  für euch auf die Spur des Prepdom begeben und diese Stilrichtung mal etwas genauer unter die Lupe genommen. Was ist “Preppy”? Wie wird man das? Was braucht man dazu und woher kommt diese Stilrichtung eigentlich?

Prepp kommt ursprünglich von der amerikanischen Ostküste und bezieht sich auf den Stil, den man hauptsächlich an den so genannten “preparation” oder boarding schools trug, auf die man von seiner alteingesessene Familie geschickt wurde. Zur Blütezeit des Preppy Looks in den 60er Jahren galt deshalb noch die Regel: Preppy wird man nicht, Preppy ist man. Zum Preppy Look der damaligen Zeit gehörte deshalb durchaus ein Familienbesitz in den Hamptons, der Besuch eines Ivy League Colleges und ein immer leicht verzauster aber doch sehr teurer und hoch qualitativer Kleidungslook bestehend aus Chino Hosen, Kaschmir Pullovern, Polo Hemden, Sommeranzügen und Segelschuhen.

Die zweite große Preppy Welle brach dann in den 80er Jahren los und wurde vor allem durch Marken wie Tommy Hilfiger, Ralph Lauren und Lacoste vorangetrieben. Zu dieser Zeit erschien schließlich auch The official Preppy Handbook von Lisa Birnbach, dass dass Preppy Dasein entmystifizierte und eine klare Anleitung zum Preppy werden bot. Von P-wie Pet - „Having the right pet is as important as having the right polo shirt- and the true Prep pet ist the dog“ bis W-wie Where to shop ist in diesem Buch alles zu finden was den Stil ausmacht. Seit den 80er Jahren ist der Preppy Stil also nicht mehr aus der Modewelt wegzudenken.

Sein letztes großes Rivival  hatte der Preppy dann vor 2 Jahren, wo auch schließlich eine neu Auflage des Preppy Handbooks erschien. Zum Preppy  sein braucht man jetzt zwar kein Segelboot mehr im Hafen, die verwuschelte Frisur, die aussieht als würde man gerade von einer sportlichen Aktivität aus dem Country Club kommen ist aber auch heute nicht zu verachten. Interpretiert wird der Stil heute durchaus etwas bunter als in den 50er Jahren, wie uns unser Studio Gast und moderner Preppy  Jürgen Muckenschnabel im Interview erklärt hat. Es gibt allerdings jetzt auch immer noch einen großen Unterschied zwischen richtigen Preppies und solchen die sich eher am Gossip Girl Look orientieren. Jürgen beschreibt das so,  „ich würde mich eher als den lockeren Typ bezeichnen, natürlich gibt es auch Leute, die die Sachen etwas spießiger tragen, denen merkt man dann aber an das alles zu perfekt ist, die Kleidung sieht zu neu aus. Preppies haben meistens sehr abgerockte Kleidung, die aber trotzdem mal ordentlich im Preis war und von der Qualität auch sehr vernünftig ist. Leute die es eben nur gewollt machen sind die, die nur Ralph Lauren aus der neuen Kollektion kaufen. Echte Preppies tragen auch Sachen in denen ihr Großvater rumgelaufen ist“.  Wenn ihr also Preppy werden wollt, werft doch erst mal einen Blick in den Familienkleiderschrank im Sommerhaus in den Hamptons, lasst den Familienhund eine Runde auf dem Kaschmir Pullover übernachten und lauft ein bisschen mit den Segelschuhen durchs Wasser, damit sie den authentischen abgerockten Look bekommen, der für den Stil einfach ausschlaggebend ist.

Dieser Artikel gehört zur "Preppy Style" Sendung  von Welle20 bei Radio Alex 88.4 in Berlin // Gesendet am 03.02.2012